No mud, no lotus


Meditationen für Menschen mit chronischen Krankheiten

Warum bieten wir ein Kurs für Menschen mit chronischen Krankheiten? Wir werden alle irgendwann krank. Trotzdem kann einer Krankheit, oder die Diagnose einer schweren Krankheit unfassbar viel Leid auslösen in uns: Gefühle wie Wut, oder Trauer. Als ich meine Diagnose bekommen habe, dachte ich: Warum ich? Mir kam es so vor als würden alle anderen mit ihren Leben sorglos weitermachen, nur für mich würde die Zeit angehalten. Und Ich kam mir alleine vor.  Jemand sagte mir: “Nach jedem Regen scheint die Sonne. Ich dachte zuerst “Was ist das denn für einen Spruch?” “Das soll mich trösten?”

Aber es war so. Das Leben ist Immer in Bewegung, nichts ist für immer. Auch nicht das Leiden. 

Das Leiden, meine Krankheit war und ist für mich ein guter Lehrer. Er zeigte mir, worauf es ankommt im Leben, was wirklich wichtig ist. Auf einmal fällt alles Unwichtige weg. Leiden macht das sofort. Plötzlich war mir es nicht mehr wichtig, dass ich 2 Kilo verliere. Oder eine neue Wohnung bekomme. 

Erstmal sind die Beziehungen in Leben wichtig, am wichtigstem die Beziehung zu mir selbst. Kann ich mir selbst Liebe und Verständnis schenken, mir selber eine gute Freundin sein? 

Bei mir fing es an mit täglichen Yoga. Ich behandelte mich mit mehr Sorgfalt. Irgendwann meditierte ich täglich. Und dann kam plötzlich der Tag, wo meine Lehrerin die Worte wiederholt hat, die ich schon ganz oft gehört hatte, aber nie verstanden: “Du bist nicht dieser Körper, du bist das grenzenlose Leben.”  Ich dachte: “Oh, so ist das!” und ich fühlte mich frei.

Zugegeben, das ist nicht jeden Tag so. Das ist so mit Erkenntnisse, die kommen und gehen. Aber man kann Üben, mit seinen Leiden, seiner Wut umzugehen. Meine Angst, meiner Wut in meiner Achtsamkeit festzuhalten, wie eine Mutter ihr Kind festhält. Man kann üben, mit körperlichen Schmerzen umzugehen. 

Vielleicht komme ich irgendwann dazu, mein Leiden, meine Krankheit, als ein Geschenk anzusehen. Denn mein Leiden ist das Kompost, aus dem Blumen erblühen können.  Das ist mein Ziel. Ich bin noch nicht da. Ich bin nicht einer Lehrerin, die alles drauf hat. Ich wollte nur das teilen, was mir hilft. Wir sind alle Weggefährtin. Wenn du wütend bist, spurst du Trauer oder Leid, wenn du Schmerzen hast, du bist nicht allein. Du bist ein Mensch. 

Deshalb wollte ich diesen Kurs anbiete: um zu teilen. Ich wollte mit euch teilen, die Übungen teilen, die mir helfen. Und das was mir am meisten hilft, ist die Achtsamkeit, die Meditation.  

Deshalb üben wir das ein bisschen. 

Nimmt ein Meditationshaltung ein. Das kann ein Kissen auf dem Boden sein, ein Stuhl. ihr könnt euch auch hinlegen, auf dem Boden. Wichtig wäre es nur, nicht einzuschlafen. 

Wenn es geht, nimmt eine Aufrechte Haltung ein. Wenn nicht, ist das auch okay, denn die Atmung ist das worauf es ankommt. 

Wir hören erstmal drei Töne der Glocke.

 (Hör hör, diese Ton der Glocke bringt mich zurrück zu meinem wahren Selbst.)

Einatmend, weiss ich, das ich einatme.

Ausatmend, weiss ich, das ich ausatme.

Ein, Aus.

Lass´ deine Aufmerksamkeit auf deinem Atem ruhen. Immer wenn er Abschrift, sich in Gedanken oder Träumen verliert,  bringst du ihm ganz sanft aber bestimmt zurrück. Zu dieser Einatmung, zu dieser Ausatmung. 

Einatmend, weiss ich, das ich einatme.

Ausatmend, weiss ich, das ich ausatme.

Ein, Aus.

Einatmend wird mein Atem tief.

Ausatmend wird mein Atem langsam.

Tief, Langsam.

Einatmend, wird mein Atem ruhig.

Ausatmend wird mein Atem leicht.

Ruhig, leicht.

Einatmend, lächle ich.

Ausatmend, fühle ich mich frei.

Lächelnd, Frei.

Spüre, wie das Lächelt auf deine Lippen sich ausbreitet.

Kannst du es größer werden lassen? Was für Farben hat dein Lächeln?

Einatmend, spüre ich dieser Augenblick.

Ausatmend weiss ich, dass dieses Augenblick ein Wunder ist.

Dieser Augenblick, wunderbarer Augenblick.

Einatmend, weiss ich, das ich einatme.

Ausatmend, weiss ich, das ich ausatme.

Ein, Aus. Glocke, Ende.

Text vom 7.11.22



Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *