Es ist wichtig, dass wir uns auch den von uns als schwierig empfundenen Gefühlen zuwenden und sie nicht zu verdrängen oder auszublenden.
Wir sollten versuchen, die schwierige Geisteshaltung zu erkennen, uns ihrer bewusst zu werden und nicht zu sagen:
„Ich bin doch gar nicht ärgerlich“, „ich bin doch gar nicht wütend“, „ich bin doch gar nicht enttäuscht“, „ ich bin doch gar nicht verletzt“
Sondern uns einzugestehen:
„Aha, da ist Ärger, da ist Wut, da ist Enttäuschung, da fühle ich mich verletzt“
Der erste Schritt ist also achtsam zu sein in Bezug auf die Geisteshaltung, die jetzt wirklich da ist.
Im zweiten Schritt nehmen wir die körperlichen Empfindungen bei der Ein- und Ausatmung wahr. Wir sammeln unseren Geist in einem neutralen bzw. angenehmen Vorgang, das erzeugt mit etwas Übung Stabilität und Frische in Körper und Geist.
Mit dem dritten Schritt bringen wir unserem schwierigen Gefühl Mitgefühl, Geduld und Verstehen entgegen: „Liebes Mitgefühl, liebes Verstehen bitte helft mir, mit diesem Ärger, dieser Enttäuschung oder Verzweiflung zu sein“
Manchmal kommen dann Situationen hoch, wann wir schon mal solch ein Gefühl des Ärgers, der Enttäuschung, der Verletzung erlebt haben (z.B. in unserer Familie mit den Eltern, Geschwistern in der Schule usw.). Das kann uns helfen, die Heftigkeit unserer Gefühle zu verstehen und anzunehmen.
Im Laufe der Zeit und mit etwas Übung können wir die Freiheit entwickeln, uns von den negativen Gefühlen und Gedanken nicht mehr so vereinnahmen zu lassen, die Identifikation damit aufzulösen, die alte „CD in unserem Kopf“, die uns immer wieder -leiden lässt, zu stoppen.
Die Achtsamkeit hilft uns, unseren Geist zu einem weiten Raum zu öffnen, den Blick für die Situation zu weiten.
Wurden die negativen Gedanken oder Gefühle durch ein Problem mit einem anderen Menschen ausgelöst, geben wir uns die Erlaubnis, nicht sofort auf die Situation zu reagieren, das ist erholsam und entspannend für unseren Körper und Geist. Ein Gespräch mit einem ruhigen Geist und Verstehen und Mitgefühl für uns selbst ist dann auch fruchtbarer.
Es ist sinnvoll, diese Übung zum Umgang mit schwierigen Gefühlen in einer Situation zu beginnen, wo es uns einigermaßen gut geht und wir nicht gerade im Strudel unserer Gefühle stehen. Außerdem sollten wir nicht gleich mit dem heftigsten Ärger, Enttäuschung oder Verletzung anfangen, das könnte uns überfordern.
Einatmend spüre ich, wie ich einatme,
ausatmend spüre ich, wie ich ausatme (Ein – Aus)
Einatmend spüre ich die ganze Länge der Einatmung
Ausatmend spüre ich die ganze Länger der Ausatmung
(Länge der Ein- und Ausatmung spüren)
Jede bewusste Einatmung bringt mir Frische in Körper und Geist.
Jede bewusste Ausatmung hilft mir Körper und Geist zu entspannen
(Ein: Frische in Körper und Geist – Aus: Körper und Geist entspannen)
Einatmend bin ich mir meines Gefühls des Ärgers /der Wut bewusst.
Ausatmend umarme ich meinen Ärger/meine Wut voller Mitgefühl
(Ein: mir des Ärgers, der Wut bewusst sein – Aus: meinen Ärger, meine Wut voller Mitgefühl umarmen)
Einatmend bin ich mir meiner Enttäuschung bewusst,
Ausatmend umarme ich meine Enttäuschung voller Mitgefühl
(Ein: der Enttäuschung bewusst sein – Aus: Enttäuschung voller Mitgefühl umarmen)
Einatmend bin ich mir meiner Verletzung durch eine andere Person bewusst,
Ausatmend umarme ich meine Verletzung voller Mitgefühls.
(Ein: der Verletzung durch eine andere Person bewusst sein – –
Aus: mein Verletztsein liebevoll umarmen).
Einatmend versuche ich mich zu erinnern, wann ich schon mal so ein starkes Gefühl des Ärgers oder der Verletzung erlebt habe.
Ausatmend kann ich die Heftigkeit meines schwierigen Gefühls in mir besser verstehen,
(Ein: sich erinnern an einer ähnlichen Situation mit schwierigen Gefühlen –
Aus: mich selbst besser verstehen )
Einatmend bin ich mir des offenen, weiten Raumes meines Geistes bewusst
Ausatmend lächle ich allen negativen Gedanken und Gefühlen in diesem offenen Raum zu.
(Ein: offener weiter Raum des Geistes –
Aus den neg. Gedanken und Gefühlen im weiten offenen Raum zulächeln)
Einatmend bin ich mir meiner Haltung der Achtsamkeit und des Mitgefühls bewusst,
Ausatmend lächle ich der Achtsamkeit und dem Mitgefühl in mir zu
(Ein: Haltung der Achtsamkeit in mir bewusst – Aus: Meiner Achtsamkeit und meinem Mitgefühl zulächeln)
Einatmend spüre ich meinen ganzen Körper,
Ausatmend genieße ich den gegenwärtigen Augenblick.